Nachhaltiger Parkplatz

Ein Jugend forscht junior Projekt — Gymnasium Petrinum Recklinghausen

Klimaneutrales Parken durch innovative CO₂-Kompensation

David Lischewski & Leonas Kinzel · Klasse 8b

Über das Projekt

Entwicklung eines nachhaltigen Parkplatzes

Problemstellung

Parkplätze in Deutschland bieten bislang keine Möglichkeit, das Parken klimaneutral zu gestalten. Laut einer Broschüre des Umweltbundesamtes (2021) leisten smarte Parkgebühren einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger urbaner Mobilität und Klimaschutz (Quelle: Umweltbundesamt) — doch fünf Jahre später gibt es immer noch keinen Parkplatz, wo Nutzer genau für ihre eigene CO₂-Emission zahlen. Dafür haben Leonas und David eine Lösung gefunden.

Die Idee

Nutzer geben am Bezahlautomat ihre gefahrenen Kilometer ein. Das System erkennt per Farbsensor den Fahrzeugtyp und berechnet automatisch die CO₂-Emissionskosten — 9,0 l/100 km für verbrauchsstarke Fahrzeuge (rot) bzw. 6,0 l/100 km für sparsame Fahrzeuge (schwarz) — zum CO₂-Preis von 85,31 €/Tonne. Diese Kosten werden zur stundenbasierten Parkgebühr (1 €/Stunde) addiert. Das gespendete Geld fließt an Umweltschutzorganisationen, die damit Bäume pflanzen.

Berechnungsformel — Schritt für Schritt
Schritt 1
Wie viel CO₂ stößt das Auto pro km aus?
Verbrauch × Kraftstoff-Faktor × 1000 ÷ 100 (z.B. 2,37 für Benzin)
Rotes Auto (Benzin): 9,0 × 2,37 × 1000 ÷ 100 = 213 g/km
Schritt 2
Wie viel CO₂ insgesamt auf der ganzen Fahrt?
(km ÷ 100) × Verbrauch × Kraftstoff-Faktor
50 km, rotes Auto (Benzin): (50 ÷ 100) × 9,0 × 2,37 = 10,7 kg CO₂
Schritt 3
Was kostet dieses CO₂ in Euro?
CO₂ in kg × (85,31 ÷ 1000)
10,7 kg × 0,08531 = 0,91 €
85,31 €
pro Tonne CO₂ (variierender Preis, hier im Beispiel 85,31 €)
6,0 – 9,0 l
Verbrauch / 100 km — je nach Fahrzeugtyp (schwarz oder rot)
98 – 239 g
CO₂ pro km — abhängig von Verbrauch und Kraftstoffart

Technik & Methode

Vom Prototyp zum funktionierenden System

01Arduino-Grundlagen
+

Beginn mit Workshops: Von der blinkenden LED zur Ampelschaltung. Verwendung: Arduino UNO R4 WIFI mit C++ Programmierung.

02CO₂-Rechner
+

Entwicklung der Berechnungsformel in Python, dann Übertragung in C++ für den Arduino. Bei 10 km Fahrt mit einem verbrauchsstarken Fahrzeug (9,0 l/100 km Benzin): 0,18 € CO₂-Anteil + Parkgebühr (1 €/Stunde) = 1,18 € gesamt.

03Bezahlsystem
+

Keypad + LCD-Display + Arduino: Nutzer gibt Kilometer ein, Display zeigt CO₂-Kosten + Parkgebühren. Tastenbelegung: * = löschen, # = bestätigen.

04Schrankensystem & 3D-Modell
+

Arduino UNO R3 mit Ultraschallsensor (HC-SR04) und Servo-Motor (SG90). Parkplatz-Modell selbst in 3D entworfen und gedruckt.

Umfrage

Ergebnisse zur Bereitschaft, klimaneutral zu parken

Wir haben 104 Personen befragt, davon 91 mit Führerschein. Die Ergebnisse zeigen ein hohes Interesse an Nachhaltigkeit im Straßenverkehr.

104
Befragte Personen
91
mit Führerschein
61%
würden extra für klimaneutrales Parken zahlen (Ja)
73%
halten Nachhaltigkeit für sehr wichtig

Wettbewerbe

Unsere Wettbewerbserfolge

Regionalwettbewerb Marl

Abgeschlossen
20. Februar 2026 · Marl

Regionalwettbewerb Marl — 1. Platz Technik & Sonderpreis Umwelt

Beim Regionalwettbewerb Marl „Jugend forscht junior“ gewannen Leonas und David mit ihrem innovativen CO₂-Kompensationssystem den 1. Preis im Fachbereich Technik sowie den Sonderpreis Umwelt des NRW-Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr.

Team bei der Preisverleihung des Wettbewerbs
Team bei der Preisverleihung des Wettbewerbs.
„Wir wollten unbedingt was zum Thema Nachhaltigkeit machen."

Beim Regionalwettbewerb Marl „Jugend forscht junior" haben die beiden Petrinum-Gymnasiasten (Klasse 8b) im Fachbereich Technik den 1. Preis gewonnen. Zusätzlich ging auch der Sonderpreis Umwelt des NRW-Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr nach Recklinghausen. Und der, so die beiden Tüftler, würde so gut wie nie in der Kategorie Technik vergeben. Für das Landesfinale am 9. Mai in Essen will das Duo seinen Wettbewerbs-Beitrag weiter optimieren.

Mit ihrem Projekt wollen Lischewski und Kinzel Parkflächen effizienter machen und zugleich Umweltaspekte einbeziehen. „Wir wollten unbedingt auch etwas zum Thema für Nachhaltigkeit machen", sagt Lischewski. Kinzel beschreibt den Ausgangspunkt so: „Eine Idee war, dass man die Nachhaltigkeit beim Autofahren verbessern kann." Lischewski: „Die verbrennen etwas, aber kommen dafür nicht auf und das ist schlecht für die Umwelt." Bei ihren Überlegungen seien sie dann schließlich bei Parkplätzen gelandet.

Grundlagen der Technik

Technisch basiert das Modell auf einem Mikrocontroller-System, das Schranke und Bezahlvorgang steuert. „Wir haben uns mit den Basics beschäftigt: Wie funktioniert dieser Mikrocontroller?", sagt Lischewski. „Unser erstes Projekt war, wie man eine Lampe zum Leuchten bringt." Danach sei Schritt für Schritt das Parkplatzmodell entstanden. Beim Bezahlen setzt das System der Schüler auf einen zusätzlichen, freiwilligen Schritt: Nach Parkdauer und Preis fragt das Display, ob Nutzerinnen und Nutzer klimaneutral fahren möchten. Wer zustimmt, gibt die gefahrenen Kilometer ein; optional kann zusätzlich gespendet werden. „Dann wird berechnet, wie teuer es wäre, diese Strecke klimaneutral zu fahren", sagt Kinzel. Als Rechenbasis nennen die Schüler einen Preis von 85,31 Euro pro Tonne CO₂. Mit dem an Umweltschutzorganisationen gespendeten Geld könnten dann Bäume gepflanzt werden, um die Emissionen von Verbrennerautos auszugleichen.

Teilnahme und Planung

Wie hoch die Bereitschaft zur Teilnahme wäre, wollten die beiden mit einer Umfrage prüfen: 104 Personen hätten teilgenommen, 91 davon mit Führerschein. Viele hielten Nachhaltigkeit für wichtig, kämen im Alltag aber nicht regelmäßig dazu, berichten die Schüler. Für die Weiterentwicklung planen Kinzel und Lischewski Gespräche mit Parkplatzbesitzern in Recklinghausen aufzunehmen. Konkret denken sie an Rainer Hans, der den Parkplatz Florianhof (Alte Feuerwache) betreibt. Der arbeitet schon mit Kennzeichenerfassung. Parallel arbeiten sie an einer technischen Erweiterung: Eine Kamera soll Kennzeichen erfassen, um die Bedienung zu vereinfachen. „Wir arbeiten im Moment noch daran, diese Kamera zu integrieren", sagt Lischewski.

Durch den Regionalsieg haben sich die beiden für das NRW-Landesfinale am 9. Mai in Essen qualifiziert. Unterstützt wurden die Schüler durch die Denert-Stiftung, den Unterstützerpool von „Jugend forscht" und den Förderverein des Petrinums; betreut wurde das Projekt von Lehrer Hendrik Büdding.

Foto 1 zum Projekt Nachhaltiger Parkplatz
Team vor dem Modellaufbau – Ausgangspunkt für die technische Umsetzung.
Foto 2 zum Projekt Nachhaltiger Parkplatz
Team auf einem Parkplatz – reale Umgebung des Projekts.
Das Gespräch mit Parkplatzbesitzer Rainer Hans
Das Gespräch mit Parkplatzbesitzer Rainer Hans.

NRW-Landesfinale

Abgeschlossen
9. Mai 2026 · Essen

NRW-Landesfinale — Sonderpreis gewonnen

Beim NRW-Landeswettbewerb von Jugend forscht junior überzeugten David und Leonas Publikum und Jury mit ihrem Nachhaltigen Parkplatz und gewannen einen Sonderpreis.

Bild Landesfinale
Impressionen vom Landesfinale.

Nächste Schritte

  • Gemeinsame Nachbesprechung des Wettbewerbs und Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse
  • Gespräche mit der Stadt Recklinghausen und Besprechung einer Zusammenarbeit
  • Eigene mobile App programmieren um die Idee umzusetzen

CO₂-Rechner

Berechne deine CO₂-Kompensation

Gib deine gefahrene Strecke und den Kraftstoffverbrauch deines Fahrzeugs ein, um die CO₂-Emissionen und den entsprechenden Kompensationsbetrag live zu berechnen.

km
l/100km
CO₂-Ausstoß
7,11 kg
Kompensationsbetrag
0,61
Fester Satz: 85,31 € pro Tonne CO₂
Kompensationszeit (Baum)
ca. 7 Monate
Ein Baum bindet ca. 12,5 kg CO₂/Jahr (Quelle: Uni Münster)

Unterstützer

Unsere Unterstützer

Dieses Projekt wird durch die großzügige Unterstützung unserer Partner ermöglicht. Vielen Dank für Ihren Beitrag zum Klimaschutz!

Kontakt

Kontakt

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klimaschutzjufo@gmail.com

Impressum

Projekt
Nachhaltiger Parkplatz – Jugend forscht junior
Verantwortlich
David Lischewski und Leonas Kinzel
Schule
Gymnasium Petrinum Recklinghausen
Kontakt
klimaschutzjufo@gmail.com
Hinweis
Diese Website wurde im Rahmen des Projekts „Nachhaltiger Parkplatz“ für Jugend forscht junior erstellt.